Outing und warten auf Godot
- Maik Seitz

- 28. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Mal, ein etwas leichterer flacherer Blogeintrag, nicht nur weil ich mal wieder Zeit habe und auf meine „Lieblingsfahrer“ von UPS warte. Mal wieder, und wieder und wieder.. Liest sich nicht nur wie eine never ending Story sondern fühlt sich auch so an. Normalerweise sehe ich Warten als geschenkte Zeit an in den ich auch was Tun könnte, Heute kommt es mir eher wie eine Gestohlene. Aber was soll´s, Nutze ich den Moment doch für ein Outing. Ja Ihr habt richtig gelesen, ich oute mich heute einmal.
Nichts was ich will, eher ein „Muss“, was mir schon länger auf der Seele liegt. Es gibt Dinge mit denen man sich arrangieren kann und dann gibt es Sachen im Leben die einem echt Toxisch vorkommen. Lange Rede keinen Sinn.. (Atme Maik, sprich es aus)
Ich höre Helene Fischer, jetzt ist es raus, Ja, ich weiß selber wie Dieser eine Satz ein ganzes Bild von einem Menschen ändern kann und ich würde gerne so viel zu meiner Verteidigung sagen aber nichts was in Floskeln und Ausflüchte münden würde.
Ich höre Helene Fischer, Ok, das zweite mal aufgeschrieben macht es nicht Besser, eigentlich ist es nur ein Lied und eigentlich ist es auch nur eine Version dieses Liedes. Nämlich „Atemlos“ (atmet es weg, ich habe auch damit zu kämpfen) mit Melanie Oesch, Ihres Zeichens Schwiiiitzerin und Jodlerin. Der Song fängt leise an und steigert sich ab der Hälfte, traditionelle Alphörner dürfen natürlich nicht fehlen, Trommler die die Livebühne stürmen und im Hintergrund jaucht Dir ein Orchester den Song um die Ohren. Krass..
So, es ist raus. Gibt auch nichts zu beschönigen. Ich weiß es doch selber. Vergebt Ihnen, denn sie wissen nicht was Sie tun. Übrigens ein Film mit James Dean aus den 1950gern (unnützes Wissen out)
Ansonsten, jetzt wo ich so darüber nachdenke, eigentlich ist mein Musikgeschmack nicht ganz so gestört, (fühle ich mich nach dem Outing besser? Nein, versuche ich mich heraus zu reden? Ja.) Neu entdeckt „Ren“ mit „Hi Ren“, was für eine Performance, Sprachakrobatik Pur, respektvolle Verneigung von mir für diesen Künstler. Vielleicht ein wenig Irre erscheinend aber Wir sind ja alle ein wenig Bluna. Seine Interpretation von „English Man in New York könnte sogar Sting gefallen. Und natürlich der eine kurze Moment im Duett mit Chinchilla beim Song „Chalk Outlines“ wo man glaubte Ihre Fingernägel verwandeln den Clip in einen Splatterfilm.
Und dann, what the Fuck ist das?!? AI, künstliche Intelligenz die dir Dein Hörvermögen um die Ohren schlägt, einmal umdreht, Dich stutzen lässt und in einer Endlosschleife zweifeln lässt ob das möglich ist, dass man gerade nur Bites and Bytes hört. Von „1960 Motown Soul“ eine soulige Version von Umbrella von Rihanna und Jay-Z. Bämmm... das zarteste gesungene „under my Umbrella“ holt Dich aus dem Alltag, verführt Dich weiter zu hören, steigert sich in ein fulminanten Finale. Perfekte Stimmen in einem perfekten Einklang, Epischer Mittelteil, Sex für die Ohren (ja das habe ich jetzt nicht geschrieben) und lässt es wie bei einem Nachspiel ausklingen, Bo ey.. ich brauche die Zigarette danach.
Apropos Rauchen, einen besonderen Dank an Frau S. Die mich über den Rand meines Untertellerkleinen Musikgeschmack hat, blicken lassen. Ich entschuldige mich gleichzeitig dafür das Sie eben, ich kann es kaum aufschreiben, den vorab erwähnten Song „Atemlos“ mit mir ertragen musste. Ein kleiner Moment der Schande. Oh, ich fühle mich so schuldig. Dafür bekam ich ein Independent Song, der alles aufwühlt was ich so an Empfindungen besitze. (Bemerkung an die Männer, IHHHHH, Gefühle)
Von „Xavier Rudd, Spirit Birds“ und jetzt schreibe ich mal im Konjunktiv weiter, Nehmen Wir einmal an, ich würde diesen Song gleichzeitig mit einem Joint anhören, (Keine Macht den Drogen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker) Was ich natürlich nicht mache, dann würden mich die ersten zwei Minuten der Stille in eine andere Welt verfrachten. Dieser Song baut sich so leise auf, umschmeichelt Deine Seele, bringt Dich in eine andere Welt und dann, nach vier Minuten geht es los. Lautstärkeregler höchste Stufe, der Bass hämmert Dir Deinen Po runzelig. (unsinn, ich habe einen hübschen Po) Die Stimme verändert sich aus der Stille heraus, wird zu einem Gefühl der Hoffnung, ein Gefühl des Glückes. Dröhnt und intensiviert sich in Deinen Ohren, der Rhythmus steigert sich wird schneller bis zu einem epischen Finale nur um Dich komplett aus dem Leben zu nehmen. (ähm, räusper, so würde es sich wahrscheinlich anfühlen wenn man einen Joint dabei raucht, sagte man mir.)
Last but not Least, ein deutscher Interpret, Jan Delay, Live Album Disko No 1 Song „Hoffnung“ Was für ein tiefsinniger Text, interpretiert in seiner unvergleichlichen leicht schnarrenden Stimme der jedem Stimmbruch das Fürchten lehrt. Musikrichtung? Keine Ahnung, irgendwas zwischen Hip Hop, Reggae, Soul oder Funk oder auch alles Gemeinsam. Haut Dich aus den Socken und stellt Dich noch einmal neu auf.
Und jetzt Kindas, muss ich noch Fotos machen für den „Baustellensonderrabattverkauf“ nächste Woche. Warte übrigens noch immer auf UPS. Also passt ja auf Euch auf. Schließlich seit Ihr diejenigen „the last of you“ die geblieben sind um das zu lesen.
Maik
PS es ist wirklich nur das EINE Lied von der Helene. Glaubt mir...




Entschuldigung angenommen. Aber, soo schlimm war es gar nicht... also genau diese Interpretation des Songs. Es ist nicht meine Musik, normalerweise verspüre ich bei Wahrnehmung derselben starke Fluchtimpulse, aber die Situation hat meine Irritation mehr als wett gemacht.